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Valentine’s Day Books – Meine Top-3-Liebesgeschichten

14. Februar 2017

Zum Tag der Liebenden schenke ich euch Büchertipps. Es sind keine aktuellen Bestseller, keine Herz-Schmerz-Titel mit Happy End, sondern drei ganz unterschiedliche Liebesgeschichten, die mich alle besonders berührt haben und mir ganz besondere Leseerlebnisse in meinem Bücherleben beschert haben.

Das Herzenhören von Jan-Philipp Sendker

Eines jener Bücher, die ich im Urlaub in einem Rutsch gelesen habe. Auf der Suche nach der Vergangenheit ihres vor vier Jahren spurlos verschwundenen Vaters reist Julia, eine Rechtsanwältin aus New York, nach Burma. Ein rätselhafter alter Mann, der erstaunliche Einzelheiten ihres Lebens kennt, erzählt ihr die poetisch berührende Liebesgeschichte zwischen einem blinden Jungen und einem gehbehinderten Mädchen. Julia hört die Geschichte ihres Vaters.

Ohne Sentimentalität und Kitsch gelingt Jan-Philipp Sendker ein Roman mit Herz. Die anrührende, märchenhafte Erzählung enthält viele Wahrheiten, entführt in die schicksalsergebene Lebensweise in Burma und nimmt uns mit in die Welt des Hörens. Inzwischen habe ich das Buch schon oft verschenkt.

 

 

 Lieben sich zwei von Stefan Moster

Ich find’s immer toll, wenn ich auf Reisen geh, etwas zu lesen, was mit dem Ziel zu tun hat. So habe ich vor ein paar Jahren Stefan Mosters Roman bei meiner Vorbereitung auf unseren Städtetripp nach Hamburg entdeckt. Ines und Daniel sind beruflich erfolgreich, er ist Städteplaner und sie betreibt eine kleine Weinhandlung an der Alster. Sie wohnen in traumhafter Lage in der Hambuger HafenCity und wünschen sich ein Kind. Nachdem sich der Wunsch nicht so schnell erfüllt, beginnt die Tour durch Kinderwunschzentren. Die Beziehung wird überschatten von ängstlicher Rücksichtnahme und Ereignissen, denen sie sich nicht entziehen können.

Stefan Moster gelingt ein feiner, leiser Roman, der mit klarer und ungekünstelt direkter Sprache die Lebenssituation des Paares beobachtet. Es geht darum, inwieweit ist Lebensplanung planbar. Ganz nebenbei hat es bei unserem Hamburgbesuch Spaß gemacht, die genau recherchierten Orte des Romans wiederzufinden und sich vorzustellen, wo Ines und Daniel wohnen.

 

 

Abbitte von Ian McEwan

Die Bücher von Ian McEwan lesen sich alle absolut hervorragend. Von seinen Romanen ist Abbitte, der 2007 von Joe Wright verfilmt wurde, die tragischste Liebesgeschichte, die ich kenne. An einem langen heißen Tag im Juni 1935 auf dem Landsitz einer britischen Familie verleumdet ein 13-jähriges Mädchen, das sich die Welt nach ihren literarischen Erfahrungen deutet, nach falsch interpretierten Beobachtungen Robbie, den Geliebten ihrer Schwester Cecilia. Ihre Lüge zerstört sein Leben und macht eine Liebesbeziehung zwischen Robbie und Cecilia unmöglich. Robbie wird nach dreijähriger Inhaftierung zum Militärdienst an die Front eingezogen. Nur der Austausch von Briefen und die Gedanken an Cecilia lassen Robbie den Wahnsinn der Kriegserlebnisse aushalten. Das Ende der äußerst komplexen Handlung möchte ich nicht vorwegnehmen.

Das Buch ist unglaublich spannend und meisterhaft erzählt. Es geht um unmögliche Liebe und Eifersucht, moralische Schuldfrage, um unbedachtes kindliches Verhalten und späte Einsicht und Buße. Ian McEwan versteht es, Sprachbilder zu schaffen, die das Geschehen eindringlich transportieren. So legt sich die Hitze und Schwüle des verhängnisvollen Sommertages, dessen Verlauf auf den ersten 267 Seiten geschildert wird, spürbar über die zerstörende Handlung und die sich langsam entwickelnde Katastrophe.

 

 

Viel Spaß beim Schmökern und happy Valentine!

Eure Dorothee

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3 Comments

  • Reply *thea 15. Februar 2017 at 16:59

    Liebe Dorothee,
    das sind alles drei Bücher, die sich toll anhören und ich mag, wie du sie beschrieben hast. Vor allem das erste werde ich mir glaube ich bald besorgen. Zu Abbitte habe ich den Film gesehen – ich kann mich nicht mehr an Details erinnern, aber weiß noch, dass er mich auch sehr berührt hat und die Geschichte eine tragische ist. Ich habe lustigerweise auch eine Leseliste mit kleinen Rezensionen, zu den Büchern, die ich letztes Jahr alle gelesen habe, diese Woche gebloggt. Liebe Grüße!

    • Reply Dorothee 15. Februar 2017 at 17:50

      Liebe Dorothea, das freut mich!! Deine Liste werde ich mir gleich mal ansehen. Bin immer dankbar für neue Tipps! Kann man deinen Blog abonnieren? Dann entgeht mir nichts, wenn ich’s auf Insta mal nicht mitbekomme. Liebe Grüße, Dorothee

      • Reply *thea 15. Februar 2017 at 21:02

        Ja -über wordpress, email und auch über Bloglovin -wie du magst – da habe ich deinen jetzt auch in meinem Feed – hab einen schönen Abend :-*

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