Lebenszeichen #25 – Ein tiefes Einatmen

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Die ersten Tage eines neuen Jahres sind stiller als sonst – und genau dort entsteht Raum für ehrliche Gedanken. Dieses Lebenszeichen ist ein leises Innehalten zwischen Rückblick und Ausblick, zwischen Fernweh, Alltagsmomenten und neuen Plänen. Schön, dass du dir Zeit nimmst, weiterzulesen.

Hej bei meinem Lebenszeichen #25!

Ein Jahresbeginn zwischen Stille und Alltag

Die ersten Tage eines neuen Jahres haben für mich immer diese besondere Stille, die nicht mehr Neujahrseuphorie, aber auch noch kein Alltag ist. Die Feuerwerksreste sind von den Straßen verschwunden, die guten Vorsätze liegen ordentlich zusammengefaltet irgendwo zwischen Kalender und Kaffeetasse – und ich sitze hier und schreibe ein Lebenszeichen. Eines, das schon viel zu lange auf sich warten ließ. Vielleicht hast du dich zwischendurch gefragt, ob es diese Rubrik hier noch gibt. Oder ob ich sie leise, unbemerkt habe einschlafen lassen. Spoiler: weder noch.

Ein neues Jahr fühlt sich nicht nach radikalem Neubeginn an, eher nach einem tiefen Einatmen. Nicht, weil plötzlich alles anders wäre, sondern weil kurz Raum entsteht. Für Ehrlichkeit, für das Sortieren dessen, was war. Ich habe lange keinen wirklich persönlichen Text mehr hier gelassen. Kein echtes „So geht es mir gerade“. Zu viel Leben, zu viele Prozesse im Hintergrund, zu wenig Worte, die sich richtig angefühlt hätten.

Dieses Lebenszeichen ist kein Manifest und kein lauter Neustart. Es ist eher ein leises Anklopfen. Ein „Hallo, ich bin noch da“. Und vielleicht auch ein „Lass uns hier wieder öfter zusammentreffen“.

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Was in den letzten Monaten war

Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, sehe ich vor allem eines: Definitiv ein langes Durchatmen. Nach einem intensiven ersten Halbjahr kam mehr Sport, weniger berufliche Reisen. Dafür spontane Entscheidungen. Ein Flug ganz rauf auf die Karte, ans Ende von Norwegen. Tromsø, Nordkap, dieses besondere Licht, das einen nicht mehr loslässt. Ich musste danach alles aufschreiben: was man in Tromsø sehen sollte, wo man in Tromsø gut wohnt und isst, wie sich diese Reise anfühlt, wenn man wirklich bis ganz nach oben ans Nordkap fährt.

Endlich entschieden, welches Sofa es wird – und gleich bestellt. Dazwischen dreimal Wiesn gefeiert, exklusive Events besucht und im November auf eine Pressereise auf die Malediven geflogen. Doch wie so oft wurde es Richtung Advent wieder hektisch: Die Vorweihnachtszeit begann harmlos und haute mir irgendwann alle To-dos unbesinnlich um die Ohren. Vielleicht auch, weil mich eine hartnäckige Erkältung begleitet hat, die einfach nicht locker lassen wollte. Kein Drama – aber mühsam. Umso dankbarer war ich in dieser Zeit für den Lieferservice unseres Supermarkts, der den Weihnachtsgroßeinkauf übernommen hat.

On top kamen die Räumaktionen im Wohnzimmer: das alte Bücherregal verkaufen, das neue aufbauen und die Lieferung der Couchmöbel nur zwei Tage vor Weihnachten. Aber was für eine Freude, Weihnachten schließlich zwischen neuen Möbeln zu feiern! Auf Instagram gab es schon erste Einblicke – und bald wird es noch mehr zu sehen geben.

Ein Blick nach vorn

Zu Hause geht das Wohnzimmer-Makeover in die zweite Runde. Die Wand mit dem Fernseher ist als Nächstes dran. Und während Möbel rücken und Pläne entstehen, stehen auch die ersten Pressereisen für 2026 schon fest. Im März geht es auf eine Fernreise in zwei Länder, in denen ich noch nie war: Singapur und Vietnam. Ich ahne jetzt schon, dass es viel zu erzählen geben wird.

Mein Lesehighlight zum Jahresanfang

Fabula Rasa oder die Königin des Grand Hotels* von Vea Kaiser. Ein Roman, der mich nicht nur wegen seiner Geschichte begeistert hat, sondern vor allem wegen seines Tons. Vea Kaiser erzählt von Angelika Moser, die Ende der Achtzigerjahre aus einfachen Wiener Verhältnissen kommt und im Grand Hotel Frohner arbeitet. Zwischen Nachtleben, Buchhaltung und schillernden Gästen kämpft sie sich als junge Frau und später alleinerziehende Mutter durch soziale Gegensätze und finanzielle Abgründe. Um ihrem Leben eine Richtung zu geben, greift sie zu riskanten Tricks – und irgendwann holen sie die Zahlen ein.

Was dabei so viel Freude macht, ist der Schreibstil: rasant, witzig, voller Wiener Schmäh. Eine Sprache, die unterhält und trotzdem nachhallt. Gesellschaftskritik, Lebenslust und Tragik gehen hier Hand in Hand.

Fabula Rasa oder die Königin des Grand Hotels*, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 2025

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Schön, dass du hier bist – ich freue mich darauf, im neuen Jahr wieder öfter hier von Alltag, Reisen, Büchern und kleinen Momenten zu erzählen.

Deine

Dorothee

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2 Antworten zu “Lebenszeichen #25 – Ein tiefes Einatmen”

  1. Liebe Dorothee,

    ich freue mich sehr, wieder von Dir zu lesen und muss gestehen, dass ich Deinen Lebenszeichen vermisst habe

    Das neue Sofa macht sich perfekt in Eurem Wohnzimmer und es freut mich, dass es noch rechtzeitig vor Weihnachten kam

    Ich wünsche Dir alles erdenklich Liebe und Gute für 2026 mit vielen schönen Momenten, die Dich glücklich machen

    Alles Liebe,
    Melanie

    • Liebe Melanie,

      deine Worte rühren mich wirklich sehr!
      Es freut mich total, dass du dich über das Lebenszeichen freust, und ja, das Sofa hat unser Wohnzimmer gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten perfekt gemacht.

      Ich wünsche dir auch ein wunderbares 2026, voller kleiner Glücksmomente und schöner Überraschungen!

      Alles Liebe, Dorothee

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