War dieser Januar wirklich so lang – oder habe ich ihn einfach intensiver gelebt als sonst? Es war viel los zwischen Herzzentrum und Yogamatte, Fastenbox und Zahnarztstuhl, Wohnzimmerräumen und Longevity-Lifestyle.
Hej bei meinem Lebenszeichen #26!
Jeden Tag ein bisschen länger leben
Kann es sein, dass sich der Januar in diesem Jahr gaaaanz viel Zeit gelassen hat? Oder habe nur ich jeden einzelnen Tag so viel intensiver erlebt.
Vielleicht lag es an meiner kleinen, sehr persönlichen Neujahrs-Challenge: jeden Tag Yoga, jeden Tag ein Spaziergang. Bis auf einen habe ich es durchgezogen. Dieser eine fehlende Yogatag fand im Herzzentrum statt. Sieben Stunden Check-up. Zwischendurch einmal um den Block, kalte Luft, kurz durchatmen, ein bisschen Realität tanken. Aber abends war da überhaupt keine Kraft mehr, nicht mal für einen Hauch Pranayama. Ich hab’s mir verziehen.


An so einem Tag im Herzzentrum schrumpft das Leben zusammen … auf das Herz. Wenn der Herr Professor Kardiologe nach meiner Krankheitsbiografie, in der wir rekapitulieren, welche Krankheit nach welcher kam und welchen Schaden verursacht hat, irgendwann sagt, er habe jetzt Kopfweh, hatte ich keinen besseren Rat, als das Fenster zu öffnen. Angeborener Herzfehler, Krebs, Sarkoidose, zu langsamer Herzschlag – immer wieder kleine oder große Eingriffe, immer wieder wurde es wieder gut. Fast gut. Es gibt Spuren. In den kommenden Wochen stehen noch ein paar weitere Spezialisten auf meiner Besuchsliste.
Und trotzdem: Ich bin Fan eines Longevity-Lifestyles. Gesund alt werden, so lange wie möglich. Ja genau, das will ich. Ausgerechnet ich! Aber vielleicht genau deshalb! Das ist keine Januar-Challenge, das ist ein Lebensentwurf. Einen Marathon werde ich nicht mehr laufen, nicht dürfen. Auch Eisbaden ist leider nichts für mich. Aber es gibt ja noch mehr Möglichkeiten. Krafttraining, Schwimmen und Indoor Bike in Zone Two sind sowieso meine Lieblingsdisziplinen.
Gesunde Ernährung mit viel frischem Gemüse gibt’s täglich. Aber ganz ehrlich: Lebkuchen, Dominosteine und Gänsebraten haben im Dezember genauso ihre Berechtigung. Um nach dieser Festtagsschlemmerei wieder auf Spur zu kommen, haben wir im Januar fünf Tage freiwilliges Fasten eingelegt – und zwar mit einer Fastenbox. Super einfach in den Alltag integrierbar, denn alles war genau vorgegeben: pflanzliche, kalorienreduzierte Mahlzeiten, die den Körper versorgen, ohne den Fasteneffekt zu brechen. Trockenmischung in die Schüssel, heißes Wasser drauf, umrühren – fertig. Praktisch, aber sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Ab Tag drei vermisste ich etwas zwischen den Zähnen. Und meine Nase konnte die ayurvedischen Gewürze irgendwann nicht mehr sehen – geschweige denn riechen (das nächste Mal wähle ich die “normale” statt der Ayurveda-Box). Doch das Gefühl danach war großartig. Die erste “richtige” Mahlzeit wieder so gut! Ein Reset, der richtig gutgetan hat.
Das breiige Essen hatte einen weiteren Vorteil: Ich steckte mitten in einer Zahnsanierung. Sieben Kunststofffüllungen raus, sieben Provisorien rein. Das erste verabschiedete sich am zweiten Abend. Das zweite am dritten. Mein Zahnarzt und ich sahen uns häufiger als geplant. Viel Brei, sehr vorsichtiges Kauen. Kurz vor dem finalen Einsetzen der kostbaren Keramik-Inlays verabschiedeten sich auch Nummer drei und vier. Nach insgesamt acht Stunden Zahnarzt ist nun alles neu, alles stabil. Mein Gebiss zerkleinert wieder zuverlässig das selbst gekochte Glück.
Wer es sich leicht machen möchte, für den ist eine Fastenbox-Fastenkur wirklich ideal. Der gewünschte Effekt stellte sich schnell ein – und hinterher macht das Kochen und bewusste, gesunde Genießen gleich noch mehr Spaß.
Der Januar begann nicht nur mit den Spuren der Weihnachtsvöllerei auf den Hüften, sondern auch mit Weihnachtsdeko. Wie? Das war auch noch in diesem Monat? Das große Weihnachtsaufräumen ging nahtlos in weiteres Wohnzimmerräumen über. Nach der Neugestaltung unserer Sofa-Seite (Tisch und zwei Beistelltische sind inzwischen bestellt) braucht die Fernseh-Seite auch einen Glow-Up.
Also wieder Kisten packen (Wie passt so viel Zeug in so wenige Schränke und Schubladen?!), hübsche Fotos machen, Anzeige texten … und auf Antwort hoffen. Hat aber gar nicht so lange gedauert und unsere Wohnwand hat ein neues Zuhause bei sehr netten Käufern gefunden.
Für die neue, minimalistischere Linie habe ich mir Unterstützung geholt. Mit Sabine von Room to Dream habe ich getüftelt und gedacht. Sie macht Wohnraumberatung mit einem beneidenswert klaren Blick und visualisiert Lösungen so anschaulich, dass man sie am liebsten sofort umsetzen möchte.

Alles zusammen – Herz, Fasten, Zahnsanierung, Yoga, Spaziergänge, Wohnzimmer, Weihnachtsdeko – hat den Januar in die Länge gezogen und intensiv gemacht. Einige Projekte werden auch im Februar Thema bleiben. Und wenn bald die Reisen wieder losgehen, kann mir ein Monat nicht lang genug sein.
Für lange Leseabende habe ich noch ein paar Buchtipps, die mich durch diesen besonderen Monat begleitet haben.
Meine Lesehighlights im Januar
Die acht Leben der Frau Mook* von Mirinae Lee. Was für ein Buch. Unglaublich fesselnd. Dieser Roman erzählt in acht Episoden das Leben einer Frau, die am Rand der Gesellschaft steht. Während sich Frau Mooks Schicksal entfaltet, öffnet sich zugleich ein eindringliches Panorama der koreanischen Geschichte. Mich hat das unglaublich gepackt: emotional, historisch, menschlich.
Wohnverwandtschaften* von Isabel Bogdan. Mehrere Menschen unterschiedlichen Alters beschließen, eine WG zu gründen – nicht aus Not, sondern aus Sehnsucht nach Gemeinschaft. Es ist schön zu lesen, wie sie sich um sich kümmern, obwohl alle ihre eigenen Themen haben. Isabel Bogdan erzählt das klug, warmherzig und humorvoll.
Halbinsel* von Kristine Bilkau. Annett lebt nach dem frühen Tod ihres Mannes zurückgezogen an der Nordsee, während ihre Tochter Linn als engagierte Umweltmanagerin durch die Welt reist. Als Linn nach einem Zusammenbruch ins Elternhaus zurückkehrt, brechen alte, unausgesprochene Konflikte auf. In ruhigem, lakonischem Ton – aus Annetts nachdenklicher Perspektive – wird spürbar, wie sie zwischen Fürsorge, Erwartungen und den Grenzen ihrer Liebe schwankt und doch versucht, ihrer Tochter Raum zu lassen.



Die acht Leben der Frau Mook*, erschienen im Unionsverlag, 2025
Wohnverwandtschaften*, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 2024
Halbinsel*, erschienen bei Luchterhand, 2025
Alles Liebe – auf einen langen und lebenswerten Februar.
Deine
Dorothee
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